Informationen rund um die Transsibirischen Eisenbahn

Es gibt sie nicht, die Transsibirische Eisenbahn. Anders als beim Orient Express ist die russische Legende ein einfacher Schienenstrang auf dem täglich viele Züge fahren. Zu beachten sind vielerlei Dinge. Fahrscheine sind die Basis für eine jede Reise. Die Wahl der Zugstrecke ist ebenso wichtig die Entscheidung für die richtige Zugkategorie. Zartbesaitete Menschen sollten ein Auge auf die Hygiene in Zügen und Unterkünften werfen. Ohne Literatur verpaßt man so manche Sehenswürdigkeit entlang der Zugstrecke. Auch An- und Abreise sollte gut organisiert werden.
Für Reisende mit viel Zeit empfiehlt sich ferner ein Ausflug innerhalb der Mongolei. Pferd und Jeep warten auf Gäste. Und nicht zuletzt braucht man für alles Geld sowie einige Vorsichtsmaßnahmen. Ach ja, und schönes Wetter.

Fahrscheine

russisches Zugticket Allgemein: Die Zugpreise im fernen Osten sind recht unterschiedlich. Prinzipielle Faustregel: Bahnhofstickets sind immer billiger als Reisebüro-Tickets. Es ist aber nicht mehr zwangsläufig billiger, vor Ort zu kaufen - da diverse internationale Tarife inzwischen günstiger sind als innerrussische Fahrkarten.
Kauf in Deutschland: Viele auf individuellen Urlaub spezialisierte Reisebüros bieten Tickets bis nach Peking. Ganze Kataloge (Olympia-Reisen) erschließen den fernen Osten - inklusive Angeboten für Einzelreisende. Doch die Preise sind ordentlich. Wir haben 2000 niemanden getroffen, der weniger als 350 Euro für die Strecke Deutschland - Peking gezahlt hat. Preise von über 500 Euro waren keine Seltenheit. Vor Ort kamen wir (damals) hingegen mit weitaus weniger als der Hälfte hin. Für Fahrscheine innerhalb Chinas gibt es nur beschränkt Angebote in Deutschland. (Unter
Links haben wir einige billige Netzanbieter aufgelistet.)
Kauf in Rußland: Auf fast allen Bahnhöfen gibt es Servicezentren mit englischsprachigem Personal. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind dennoch ein Glücksfall. Manchmal wird man als Ausländer automatisch an diese Schalter verwiesen und zahlt demzufolge auch automatisch drei bis fünf Euro Aufschlag gegenüber dem regulären Preis.
In St. Petersburg fanden wir ein privates Ticketbüro welches uns Tickets zum Normalpreis verkaufte. Es handelte sich allerdings nicht um ein Reisebüro mit persönlicher Beratung, sondern um eine große Halle voller Schalter. Russisch und genaue Fahrplankenntnisse sind hier Pflicht. Glücklicherweise unterhalten mehrere Anbieter hochaktuelle Webseiten, die im Internetcafe; nebenan abgerufen werden können. Bevor man sich also in eine Warteschlange einreiht, sollte man die gewünschten Verbindungen heraussuchen, und seine Wünsche gut lesbar aufgeführt (kyrillisch) der Schalterdame präsentieren.(Das Büro befindet sich nahe dem Nevsky Prospekt. Aus Richtung Ermitage kommend, ist direkt nach dem zweiten Kanal rechts abzubiegen. 100 Meter, links.)
Außerhalb der genannten Städte sollte der Zug nur mit Russischkenntnissen oder etwas Mut verlassen werden. Fast nirgendwo findet man Bahnhöfe mit englischsprachigem Personal. Dennoch bemüht man sich, zu helfen.
Leider sind die Preise in den letzten Jahren erheblich teurer geworden. Ein in Moskau gebuchtes Ticket zum Baikalsee kostet aber noch immer unter 100 Euro! Die Regeln der russischen Bahn sehen die Möglichkeit vor, spontan auszusteigen. Lediglich eine neue Reservierung wäre dann notwendig. Wir raten davon ab! Im Sommer sind die Züge oftmals ausverkauft. Wenn in Novosibirsk das Visum abläuft, weil es keine freien Plätze mehr gibt, kann die unfreiwillige Urlaubsverlängerung teuer werden! Auch wir sind mehrmals ausgestiegen, haben aber vorher alle Tickets in St. Petersburg erworben. Wer es doch riskieren will, sollte kurz vor Abfahrt der Züge am Bahnhof nach Restkarten fragen (Anzeigetafel poslednie bilietui).
Kauf in der Mongolei: Mongolische Fahrscheine waren 2000 erheblich teurer als russische. Wir haben unsere Tickets über unseren Vermieter in Ulan Bator gekauft - der Preis war identisch und beinhaltete bei Abfahrt den Chauffeur zum Bahnhof. Zudem sind die Züge oft ausverkauft. Alternativ kann man mit einem innermongolischen Zug zur Grenze fahren und ab dort im Kleinbus weiter.
Kauf in China: Am Bahnhof gibt es oft spezielle Ausländerschalter. Es gelten dennoch keine extra Preise. Englisch wird selten oder nur gebrochen gesprochen. Es ist zu empfehlen, Ziel, Datum und Platzkategorie mit chinesischen Zeichen auf ein Blatt zu malen und dies dem Personal zu zeigen. Ticketumtausch ist nur gegen 20 Prozent Gebühr möglich.

Zugstrecke, Zugwahl

Speisewagen in teurem ZugStrecke: Die klassische Transsibirische Eisenbahn führt von Moskau über Jekaterienburg, Omsk, Novosibirsk, Irkutsk, Ulan Ude und Chita nach Wladiwostok. Dennoch fahren nicht alle Züge die volle Strecke entlang. Zwischen Moskau und Omsk gibt es die Alternative über Kasan - dabei wird aber Kasachstan durchquert. (Hier herrscht offiziell Visazwang für transitreisende Nichtrussen, wir hatten jedoch mehrfach kulante Grenzer!) Ab Ulan Ude fahren Züge über die Mongolei nach Peking. Ebenso gibt es die Variante, Peking ab Chita über die Mandschurei zu erreichen. Wer es exotisch mag, nutzt statt der Transsibirischen Eisenbahn die BAM (Baikal-Amur-Magistrale) nördlich des Baikalsees. Es gibt keine durchgehenden Züge und kaum nennenswerte Ziele, dennoch ist die Strecke komplett befahrbar. (Der fehlende letzte Tunnel wird seit Jahren durch ein Notgleis umfahren.)
Zug: Für Touristen gibt es die besonders schmucken Züge 1 und 2 (Moskau - Wladiwostok) sowie 4 und 5 (Moskau - Peking). Sollten diese ausgebucht sein, bieten sich etliche Alternativen mit Zwischenhalt in sibirischen Großstädten. Diese Züge haben zweistellige Nummern und sind meist in gutem Zustand. Einfache Schnellzüge mit hohen zweistelligen oder gar dreistelligen Nummern gehören nicht zu den Kronjuwelen der Staatsbahn. Dementsprechend ist ihr Zustand nicht ganz so exzellent. So gibt es in den Speisewagen diverser Züge keine vernünftigen Mahlzeiten. Ein weiteres Indiz für qualitativ hochwertige Züge ist die Bezeichnung "Firmenuij" - am besten trifft wohl die Übersetzung "Markenware". Für die Weiterfahrt in China gilt ebenfalls: Je mehr Stellen die Zugnummer hat, desto ungemütlicher und langsamer ist die Reise.

Kategorie Züge und Abteile

Jeder Wagen in jedem Land hat heißes Wasser! Die Russen und Mongolen bieten einen Samowar, die Chinesen Thermoskannen und einen Ofen. Den sonstigen Komfort im Zug bestimmt maßgeblich der Preis. Der Geruch von acht Füßen ist sicher angenehmer, als der Duft von 104 Füßen! Die Einteilung der Kategorien wird in Rußland, in der Mongolei und in China jeweils unterschiedlich gehandhabt.

Züge und Abteile in Rußland

Kategorie Platzkartny Kategorie Lux

1. Klasse ''Lux'': Zweibettabteile ohne separate Waschmöglichkeit, gelegentlich aber mit Fernseher. Pro Zug gibt es oftmals nur einen solchen Wagen. Das Publikum besteht fast nur aus Touristen, Militär oder neureichen Russen. Kontakt zum breiten Volk ist also kaum zu erwarten. Die Strecke Moskau - Irkutsk kostet in der Nebensaison etwa 470 Euro (während der Sommerferien und rund um Neujahr bis zu 40 Prozent Aufschlag).
2. Klasse ''Kupe'': Vierbettabteile mit je zwei Betten pro Seite und kleinem Tisch. Ablage über der Tür und unter den unteren Betten. Die oberen Liegen können hochgeklappt werden. Die Türen sind verschließbar und Kontakt mit Einheimischen ist gut möglich. Die Strecke Moskau - Irkutsk kostet in der Nebensaison zirka 240 Euro im Firmeny und 160 Euro im normalen Schnellzug (bis zu 40 Prozent Aufschlag in der Hauptsaison).
3. Klasse ''Platzkartny'': Großraumabteile mit neun Einheiten ohne Türen. Pro Einheit befinden sich zwei mal zwei Betten quer zum Gang sowie ein mal zwei Betten längs im Gang. Die drei oberen Liegen lassen sich hochklappen. Die untere Liege im Gang kann zu zwei Sitzflächen mit Tisch umfunktioniert werden. Auch zwischen den Querliegen ist ein Tisch. Das Gepäck wird über den oberen Liegen sowie unter den zwei unteren Querliegen untergebracht. In einem Waggon befinden sich 72 Betten. Der Kontakt zu den Einheimischen ist manchen Reisenden stärker als gewünscht Schweißgeruch und Schnarchgeräusche sind nicht ausgeschlossen. Wenn die 2. Klasse ausgebucht ist, gibt es jedoch manchmal noch Plätze in dieser Kategorie. Die Strecke Moskau - Irkutsk kostet in der Nebensaison rund 60 Euro, im Firmeny 75 Euro (bis zu 40 Prozent Aufschlag in der Hauptsaison).
4. Klasse ''Obschtschy''. Großraumabteile ohne Reservierung. Auf wenigen Strecken werden Waggons der 3. Klasse umdeklariert. Neun Leute teilen sich dann sechs Betten. Wir haben diese Praxis nirgends erleben müssen. Angeblich sind Nächte auf den Gepäckbrettern eine gängige Praxis in diesen Zügen. Bettwäsche wird hier nicht ausgeteilt. (Auf der langen Strecke Moskau - Irkutsk wird man kaum solch einen Zug finden - theoretischer Preis: 40 Euro.)
Sitzplätze ''Sitjedj''. Man mag es kaum glauben, aber es gibt tatsächlich auch Sitzplätze auf Nachtstrecken. Dank ungünstiger Ergonomie der Sitze ist es jedoch nur bei völliger Übermüdung möglich, die Nacht mit Schlaf zu verbringen. Die Buchung solcher Plätze sollte also ein absoluter Notfall bleiben! Eine gute Variante sind solche Wagen jedoch, wenn man tagsüber zwischen zwei Städten (beispielsweise Omsk und Novosibirsk) reisen will. (Preis siehe 4. Klasse.)

Kategorie Sitzplätze Kategorie Kupe

Züge und Abteile in der Mongolei

1. Klasse: Analog der russischen Kategorie, nur im Zug Moskau - Peking!
2. Klasse: Analog der russischen Kategorie, in allen Zügen vorhanden!
3. Klasse: Analog der russischen Kategorie, nur im Zug Moskau - Ulan Bator!
Sonstiges: Die Kategorien der wenigen innermongolischen Züge entziehen sich unserer Kenntniss! Eine Nutzung dieser Verbindungen kommt aber sowieso nur in Frage, wenn es keine internationalen Tickets mehr gab und man bis zur chinesischen Grenze fahren möchten, um den Bus zur Fahrt in chinesisches Gebiet zu nutzen.

Züge und Abteile in China

Chinesische Zugtoilette Allgemeines: Bis Peking gelten russische Kategorien und Hygienemaßstäbe. Danach ziehen rauhere Sitten ein. Chinesische Zugtoiletten sind stinkende Stehklos mit barbarischem Gestank. Daran ändert die gewählte Kategorie wenig, eher der Zug. Auf touristischen Strecken fahren gelegentlich modernisierte Wagen. (Prinzipiell bietet die chinesische Bahn für die teuersten Tickets den schlechtesten Service. Streckenweise sind Schlafbusse eine Alternative - der Fahrstil der Buslenker ist jedoch nichts für schwache Nerven.)
Soft Sleeper: Die Vierbettabteile (je zwei Betten pro Seite, kleiner Tisch) besitzen einen Ventilator! Mit etwas Glück sind die Türen verschließbar. Die Strecke Peking - Xian kostete 2000 zirka 80 Euro, ein Flug ist nicht viel teurer! Hard Sleeper: Großraumabteile mit etwa zehn Einheiten ohne Türen. Pro Einheit befinden sich zwei mal drei Betten quer zum Gang! Am Fenster zwischen den Liegen sowie im Gang sind kleine Tische. Das Gepäck wird über dem Gang untergebracht. Die Lüftung scheint meist defekt zu sein, die Luft steht! Peking - Xian schlugt im Jahr 2000 rund 40 Euro zu Buche.
Hard Seat: Wer sparen will (gleiche Strecke, 20 Euro), muss leiden! Pro Reihe sind fünf Plätze angeordnet, man sitzt sich frontal gegenüber. Beinfreiheit ist ein Fremdwort! Schlafen ist hier kaum möglich, eventuell ist unter den Sitzen Platz für eine Isomatte.
Soft Seat: Selten im Angebot, preislich nahe Hard Sleeper - Nutzen fragwürdig.

Hygiene, Sauberkeit

Hygiene allgemein: Uns ist es passiert, dass mitten auf Pekings Busbahnhof eine Frau hockte und ihr Geschäft verrichtete! Das war natürlich ein Einzelfall, dennoch darf im Osten keine deutsche Reinlichkeit erwartet werden. Müll liegt sowieso überall, vielen Einheimischen ist der Schutz der Umwelt egal. In China wird auf Taschentücher verzichtet - Nasenschleim wird unter interessanten Geräuschen durch den Mund auf die Straße befördert und dort mit den Füßen breitgewischt. In ländlichen Bereichen der Mongolei gibt es keinerlei Toiletten, hier wird die endlose Steppe zum Klo. Wer also nicht in freier Natur ohne Baum sch... will, sollte in Ulan-Bator bleiben!
Hygiene Unterkünfte: In allen Ländern sind Stehklos verbreitet, die Sauberkeit selbiger ist sehr unterschiedlich! Investiert man etwas mehr, gibt es jedoch Sitztoiletten. Ansonsten hatten wir keine ernsthaften Probleme, notfalls gibt es überall Fast-Food-Ketten, in welchen die WCs gut benutzbar sind! (Vorteil der Globalisierung, die Klobalisierung.)
Hygiene Züge: Die Herkunft der Schaffner bestimmt maßgeblich für die Reinlichkeit der Toiletten. In russischen Zügen wird den WCs (zwei pro Wagen) alle drei Stunden ein Eimer Chlorwasser gegönnt. (Das lässt auch verschmerzen, dass sich selbst russische Männer auf das Becken stellen!) Mongolen verschließen dagegen immer ein Klo und reinigen das andere fast nie. Chinesen haben von vorn herein nur ein WC, dies wird selbst bei zweitägigen Touren nie gereinigt! Zudem sind hier meist alle Wasserhähne defekt! Durchhaltevermögen kann nicht schaden! (Wir haben zudem in Erfahrung bringen müssen, dass auch Usbeken ähnliche Vorstellungen von Hygiene haben.)

Unterkünfte

Allgemeines: Auch wenn es oft heißt, im Russland wird abgezockt, kann man durchaus billig übernachten. Andererseits sollte man aber doch einen ordentlichen Teil des Budgets für Übernachtung einplanen - nicht immer gibt es Zimmer für unter 15 Euro pro Person!
Unterkünfte Baltikum, Polen: Wir persönlich haben am Bahnhof die Taxifahrer gebeten, uns zu einem billigen Hotel zu fahren. Die Taxipreise sind so günstig, dass sich dies angesichts des Gepäcks wirklich lohnt. Die empfohlenen Doppelzimmer kosteten uns etwa 15 Euro und waren ausreichend eingerichtet.
Unterkünfte Rußland: Unter Umständen kann es schwierig werden, wirklich billige Zimmer zu bekommen. In den guten Hotels gibt kosten die günstigsten Doppelzimmer etwa 40 Euro. Wesentlich billiger wird es in kleinen "Gostinizi", wo es unter Umständen schon Betten ab 5 Euro gibt. (Achtung, sanitäre Einrichtungen oft miserabel!) Leider verbieten einige Städte hier die Aufnahme von Touristen, beispielsweise Novosibirsk!
Eine kleine Bemerkung zum Baikalsee: Es ist nicht nötig, in Irkutsk teure Zimmer für Listvjanka am See zu buchen! Vor Ort vermieten alte Leute Betten in ihren Häusern wesentlich günstiger. Im Notfall gibt es auch eine kleine Pension in Port Baikal (billig und wunderschön) sowie ein etwas teureres Haus in Listvjanka. Unterkünfte Mongolei: In Ulan-Bator offerieren mehrere Guesthouses Schlafräume und Homestays für 4 Euro oder weniger! Zugreifen, denn die Besitzer vermitteln zugleich günstige Touren ins Hinterland sowie Übernachtungen in Jurten (ab 3 Euro).
Unterkünfte China: In Peking bieten zwei Hotels billige Zimmer für Backbacker. Mister John's Qiaoyuan-Hotel im Süden des zweiten Rings offeriert Doppelzimmer mit Klimaanlage, Fernseher und Zimmerservice ab 3 Euro, dazu gibt es freundlichen Service von Mister John (Internet, Wäsche, ...). Auch das Jinghua-Hotel im Süden des dritten Rings ist sehr günstig, aber weniger komfortabel.
Außerhalb Pekings gibt es oftmals billige Unterkünfte in Hotels am Stadtrand - ab 5 Euro pro Nacht. 15 Euro kosten Doppelzimmer in Hotels mit mittlerem Standard. Guilin ist sehr teuer, aber mit Yangshuo gibt es wenige Kilometer eine wunderbare Alternative! Achtung, in der Woche nach dem Nationalfeiertag (1. Oktober) sind alle Zimmermieten in China doppelt oder dreifach so hoch!
Unterkünfte Hong Kong: Die billigsten Zimmer gibt es ab 25 Euro auf Kowloon - im Chungking Mansions oder Mirador Arcade (winzige Räumchen, teilweise ohne Fenster, selten mit Fernseher). Bereits auf der Nathan Road stehen die Agenten der einzelnen Guesthouses. Exklusiver wird es im YMCA Salisbury auf Kowloon nahe der Star-Ferry. Ohne Reservierung ist jedoch selten Platz in den gerade noch erschwinglichen Zimmern mit gutem Komfort.

Literatur

Transsibirian Handbook Literatur Eisenbahn: Für die Zugstrecke empfiehlt sich das "Trans-Sibirian Handbook" von Bryn Thomas (rund 22 Euro, ISBN 1-87375-642-9). Alle Städte entlang der Strecke werden kurz erklärt, Moskau, Peking, Ulan-Bator und St. Petersburg etwas ausführlicher. Absolutes Schmankerl sind die Streckenbeschreibungen, die alle guten Fotomotive und jedes Städtchen an der Trasse nennen. Spärlich und teilweise falsch sind jedoch die Hotelhinweise! In deutscher Sprache dominieren oberflдchliche Reisefьhrer, abheben tut sich unserer Meinung nach lediglich das "Transsib-Handbuch" von Hans Engberding und Bodo Thцns (19,95 Euro, ISBN 3-89794-008-6).
Literatur Länder: Wer in Rußland auf Nummer Sicher mit Unterkünften gehen will, kann Geld in den entsprechenden "Lonely Planet" stecken. (Mit etwas Improvisationsvermögen ist das "Transsibirian Handbook" jedoch ausreichend.) Für die Mongolei ist der "Lonely Planet" annähernd nutzlos! Feste Unterkünfte gibt es sowieso nur in Ulan-Bator, Überlandbusse sind eine Seltenheit und wirklich brauchbare Informationen wissen am ehesten andere Reisende in den Unterkünften. Es reicht also ein stupider Billig-Reiseführer, indem alle Sehenswürdigkeiten stehen. In China hingegen ist der "Lonely Planet" oder alternativ "Let's Go" unerlässlich. Hier stehen die Schriftzeichen der Städte, hier gibt es Hilfen für Restaurants, hier stehen wirklich brauchbare Hotels. Zudem ist auch Hong Kong mit enthalten!

An- und Abreise

Anreise mit Flugzeug: Bis Moskau gibt es etliche erschwingliche Flugverbindungen. Auch Peking und Irkutsk können günstig über die Luft erreicht werden. Schwieriger wird es bei Ulan-Bator, im Grunde fliegen nur Aeroflot und eine mongolische Airline über Moskau für etwa 600 Euro (hin und zurück).
Anreise auf Landweg: Reizvoller ist natürlich eine Anfahrt per Bahn. Nach Moskau gibt es mehrere Varianten. Wer wenig Zeit und etwas Geld hat, sollte über Weißrussland direkt nach Moskau oder St. Peterburg reisen. Das Transitvisum schlägt aber mit 60 Euro zu buche, hinzu kommt die Zugfahrkarte für etwa 100 Euro, inklusive Schlafwagen. Eine interessante Alternative ist die Fahrt von Warschau über Suwalki, Shestokai und Kaunas nach Vilnius! Über herrliche Landschaften erreicht man auf diesem Weg das visafreie Baltikum. Ebenso visafrei ist die Strecke über die Ukraine.
Abreise mit Flugzeug: Flüge gibt es ab Peking und Hong Kong auch Oneway ab 300 Euro! Auch für Irkutsk bietet Aeroflot oft günstige Tarife nach Deutschland. Achtung - in Deutschland buchen ist günstiger!
Abreise auf Landweg: Auch über Land kann es zurückgehen. Zum einen bietet sich ab Peking die Turksib durch Chinas Westen zurück nach Novosibirsk. Zum anderen kann über Tibet Nepal erreicht werden. Weiter geht es über Indien per Zug nach Pakisten. Die Durchquerung Irans bereitet gelegentlich Probleme mit dem Visa, wer die Hürde geschafft hat, ist de facto in Europa. Achtung, für die Einreise nach Tibet sind mindestens 200 Euro einzuplanen!

Mongolei mit Jeep oder Pferd

Reiten im Tereldsh Nationalpark Allgemeines: Wer in der Mongolei aussteigen will, muss zwangsläufig nach Ulan Bator, kurz JuuBii. Nur hier gibt es die nötigen Informationen und Buchungsmöglichkeiten. Zudem kann hier noch ordentlich eingekauft werden - in der Steppe sind Dörfer mit Märkten eine Seltenheit!
Fahrten mit Jeep: In UB konnten 2000 Jeeps oder russische Kleinbusse mit Fahrer für 20 bis 50 Euro pro Tag gemietet werden. Ein Dolmetscher kostete etwa 8 Euro. Dazu gibt es dann mehrtägige Touren in den bewaldeten Norden, zu Klöstern oder in die Wüste Gobi. Da es in der Mongolei kaum feste Straßen gibt, ist darauf zu achten, ob sich der Fahrer in der Steppe orientieren kann!
Reiten mit Pferden: Richtige Reittouren können kaum gebucht werden. Viele Guesthouses vermitteln Fahrten in Jurten, dort können Tagestouren organisiert werden. Eine Alternative ist die Reittour auf eigene Faust. In manchen Nationalparks werden Pferde für rund 8 Euro pro Tag vermietet, Verhandlungsgeschick vorausgesetzt. Wer Pferde kaufen möchte, ist mit 100 Euro dabei, Reitgeschirr plus Stiefel gibt es in UB auf dem Markt für komplett 50 Euro. Der Weiterverkauf ist jedoch durch die gravierende Armut auf dem Land fast unmöglich. Einem geschenkten Gaul schaut aber auch kein Mongole ins Maul!

Geld

Polen, Baltikum, Russland: Bis Irkutsk fanden wir funktionierende EC-Automaten. Dennoch kann etwas Bargeld - Euro oder Dollar - nicht schaden, falls plötzlich die Technik streikt. In Polen gilt der Zloty, in Litauen wird mit Litva bezahlt, Russen schwören auf ihren Rubel.
Mongolei: In Ulan Bator gibt es eine einzige Bank, welche Reiseschecks eintauscht oder Geld auf VISA-Card auszahlt. Letzteres ist extrem teuer, wir holten 450 Dollar und zahlten rund 40 Euro (!!!) Gebühren. Umtauschstuben wechseln überall Dollar, Euro und auch restliche Rubel in Tugruk.
China, Hong Kong: Auch in China finden sich vereinzelt EC-Automaten, in Hong Kong natürlich allerorten. Auf dem Land sind hingegen Reiseschecks zu empfehlen. Während in China mit Yuan gezahlt wird, ist in Hong Kong noch immer der HK-Dollar im Umlauf! Wer chinesisches Geld in Hong Kong tauschen möchte, muss mit erheblichen Verlusten rechnen (etwa 25 Prozent)!

Vorsichtsmaßnahmen

Straßen: Sicherheitshalber hatten wir unser Geld in die Hosenbeine eingenäht. Im Portemonnaie hatten wir immer nur 50 Dollar. Ob diese Maßnahme wirklich notwendig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir wurden jedenfalls kein einziges Mal auf der Reise bedroht. Auch von der Maffia ist nichts zu spüren - die Herren sind ja froh, wenn man ihre Restaurants und Hotels besucht. Gewisse Vorsichtsmaßnahmen gelten natürlich immer: Auf dem Markt in Ulan Bator hat man uns eine prall gefüllte Hosentasche aufgeschnitten, um unbemerkt Geld zu stehlen. Das war aber auch Dummheit unsererseits.
Züge: Wer im Luxuswagen fährt, setzt sich natürlich einem gewissen Risiko aus. Ansonsten scheinen die Züge recht sicher zu sein, wir begegneten keinnm bestohlenen Reisenden. Wer sicher gehen will, legt sich (in russischen Zügen) auf eine untere Liege und verstaut das Gepäck im Fach darunter. Andere Reisende berichteten uns auch nie von Diebstählen, Ausnahme: Polen und Weißrussland.
Hotels: Uns wurde nie etwas gestohlen. Sicherheitshalber kann ja nach einem Safe gefragt oder das Wichtigste gut versteckt werden.

Wetter

Osteuropa: Das Klima ist mit Westeuropa vergleichbar. Im Winter kann es durchaus kälter werden, doch richtig unangenehm wird es selten.
Sibirien, Mongolei: Im Sommer sind die Temperaturen ähnlich Europa. Nachts wird es in der Mongolei recht kalt, bedingt durch die hohe Lage. Anders sieht es im Winter aus. Bereits Ende September frieren die sibirische Flüsse zu, in der Mongolei gibt es schon Ende August Frost. Rund um Weihnachten können es bis zu -40C werden! Zieht euch warm an!
China, Hong Kong: Das chinesische Klima ist recht mild, Hong Kong schon fast tropisch.